Gedichte, die sich reimen

Der Reim ist eine Verbindung von Wörtern mit ähnlichem Klang. In vielen Gedichten reimt sich das Ende eines Verses (einer Zeile des Gedichts).

Hier lernst du drei verschiedene Reimfolgen für das Versende kennen:

1. Der Paarreim

Form: aabb ccdd ...

(a) Ich geh' im Urwald für mich hin...
(a) Wie schön, dass ich im Urwald bin:
(b) man kann hier noch so lange wandern,
(b) ein Urbaum steht neben dem andern.

....

- Heinz Erhardt (1909 -1979)


2. Der Kreuzreim, auch Wechselreim genannt

Form: abab cdcd ...

(a) Der Frühling ist die schönste Zeit!

(b) Was kann wohl schöner sein?

(a) Da grünt und blüht es weit und breit

(b) im goldnen Sonnenschein.


(c) Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,

(d) das Bächlein rauscht zu Tal,

(c) es grünt die Saat, es blinkt der See

(d) im Frühlingssonnenstrahl.

....

- Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)

3. Der umarmende oder umschließende Reim

Form: abba cddc ...

(a) Ein reiner Reim ist sehr begehrt,
(b) doch den Gedanken rein zu haben,
(b) die edelste von allen Gaben,
(a) das ist mir alle Reime wert.

- Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832)

geändert: Donnerstag, 19. Januar 2012, 14:22