AkropolisDemokratie in Athen

Das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen, und wird mit Volksherrschaft übersetzt. Nicht ein König oder einige wenige Adelige sollten über wichtige Dinge im Land bestimmen, sondern das ganze Volk.

Die Demokratie entwickelte sich vor fast 2500 Jahren im Stadtstaat Athen.
Bislang hatten die Adligen und Reichen dort die Macht und konnten alle Entscheidungen treffen. Dies sollte durch die Einführung der Demokratie geändert werden.

Männliche Handwerker, Bauern, Kaufleute und Händler wurden zu Bürgern ernannt und bekamen das Recht, über alle wichtigen politischen Entscheidungen direkt abzustimmen. Sie sollten sich nun um die Angelegenheiten des Staates genauso kümmern, wie um die Angelegenheiten ihrer Familien.

Die griechischen Bürger nahmen ihr Recht zur politischen Mitbestimmung sehr ernst. Wenn Entscheidungen gefällt werden sollten, strömten sie auf den Versammlungsplatz, die Agora. Um sich ein Urteil zu bilden, lauschten sie vor der Abstimmung gespannt den Reden der Politiker. Jeder Politiker versuchte, die Zuhörer auf seine Seite zu bringen. Wenn die Bürger merkten, dass ein Redner nichts von der Sache verstand, lachten und pfiffen sie ihn aus oder jagten ihn vom Rednerpult.

Die Einführung der Demokratie war eine große Veränderung, die es in anderen Teilen der Welt zu dieser Zeit nicht gab, zumindest wissen wir nichts davon.

Aber wenn wir bedenken, dass in Athen nur 10 Prozent der Menschen zu den Bürgern gehörten, die mitbestimmen konnten, dann war diese Demokratie noch keine Volksherrschaft. (10 Prozent = 10 von 100, von 100 Menschen durften nur 10 mitbestimmen.)
Der größte Teil des Volkes bestand aus Frauen, Sklaven und Ausländern. Ihnen war es verboten, sich an den Versammlungen zu beteiligen. Sie durften weder zuhören, noch Reden halten oder abstimmen. Sie hatten keine politischen Rechte.

Frauen galten bei den alten Griechen nicht als vollwertige Menschen. Sie wurden als "große Kinder" angesehen, auf die der Ehemann oder Vater achten musste. Dass Frauen einmal selbst über ihr Leben und über die Politik ihres Landes bestimmen könnten, war für die Männer der Antike undenkbar. Frauen erhielten keine Bildung. Sie konnten nicht lesen und schreiben. Deshalb haben wir keine Zeugnisse davon, was Frauen selbst über ihre Möglichkeiten dachten. Alle Texte, die uns überliefert wurden, stammen von Männern.
geändert: Samstag, 6. April 2013, 17:18